Die Ausstellung rückt sowohl zahlreiche verloren geglaubte Werke von Harlfinger-Zakucka in den Fokus als auch die von ihr initiierte Vereinigung Wiener Frauenkunst. Im Jahr 1926 sagten sich unter der Führung von Harlfinger-Zakucka Künstlerinnen von der traditionellen Vereinigung der bildenden Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) los und gründeten die als progressiv und linksliberal eingestufte Künstlerinnenvereinigung Wiener Frauenkunst.
Die expressionistischsten Keramikerinnen, die radikalsten Malerinnen, die innovativsten Bildhauerinnen und Architektinnen wollten die Stereotypen, die damals die Frauenkunst umgab, durchbrechen. Sie verfolgten einen neuen feministischen Ansatz und setzten innovative Maßstäbe im Ausstellungsdesign. Die Künstlerinnengruppe entwickelte nicht nur neue raumkünstlerische Arrangements, sondern die bis dahin unbekannten Formate der Themenausstellung und des Ausstellungskatalogs mit theoretischen Texten.
1930 organisierte die Wiener Frauenkunst parallel zum internationalen Frauenkongress die Ausstellung „Wie sieht die Frau?“ und mischte sich damit offensiv in die seit Beginn des Jahrhunderts geführte Debatte über die Kreativität von Frauen ein. Schon ein Jahr später beteiligte sich die Vereinigung in der Secession an der Ausstellung „Die schaffende Österreicherin“, in der die Künstlerinnen neben ihren Werken auch mit ihren Porträtfotos vertreten waren. So rückten die Frauen selbst in den Mittelpunkt und machten sichtbar, wer hinter der Kunst stand.
Es führt die Ausstellungskuratorin Sabine Fellner
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 15:00 Uhr
Eintritt und Führung sind für VöKK-Mitglieder kostenlos.
Gästekarte: EUR 15,-
Bitte um Anmeldung bis 20.10.2026 an veranstaltungen@voekk.at