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Renate Wagner-Rieger (1921–1980) Auf der Suche nach den Wurzeln.

Eine Konferenz zum 100. Geburtstag der Kunst- und Architekturhistorikerin

Am 10. Jänner 2021 wäre Renate Wagner-Rieger 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass ehrt die Universität Wien die international anerkannte Architekturhistorikerin und erste Ordinaria am Institut für Kunstgeschichte mit einer internationalen Konferenz, die einerseits die Wissenschaftlerin in ihrem einflussreichen Wirken in ihrer Zeit, andererseits den aktuellen Stand der Forschung in der Nachfolge von Wagner-Rieger aufzeigen soll.
In erster Linie bekannt für die Wiederentdeckung des Historismus des 19. Jahrhunderts, hat sie auch neue Thesen auf dem Gebiet der Architekturgeschichte des Mittelalters eingebracht, die auf ihre Aktualität zu überprüfen sind. Das von Renate Wagner-Rieger zwischen 1969 und 1981 herausgegebene elfbändige Werk „Die Wiener Ringstraße. Bild einer Epoche“ markiert bis heute ein grundlegendes Opus der kunsthistorischen Forschung über die Architektur- sowie die Denkmalgeschichte Wiens. Aus der Wertschätzung für die Architektur des 19. Jahrhunderts erklärt sich zudem ihr tatkräftiger Einsatz für die Erhaltung des Stadtbildes von Wien und ihre Unterstützung gefährdeter Bauten auch auf europäischer Ebene. Im wissenschaftlichen Diskurs war sie darüber hinaus mit Kolleginnen und Kollegen in den Nachbarländern Österreichs eng vernetzt. Aus genderhistorischer Perspektive ist schließlich ihre starke Rolle als weibliche Gelehrte in einer damals noch vorwiegend von Männern dominierten wissenschaftlichen Community zu thematisieren.
Für eine breitgefächerte und kritische Diskussion der Rolle Renate Wagner-Riegers im regionalen und internationalen Kontext bitten wir um Vorschläge zu Vorträgen (20 Minuten), die beispielsweise einen der folgenden Punkte berücksichtigen:
- Renate Wagner-Riegers methodische & terminologische Herangehensweise an die Kunstgeschichte, v.a. hinsichtlich der Verwendung von Typus-, Stil- und Epochenbegriffen
- Renate Wagner-Rieger und ihr Fokus auf die regionale Kunstgeschichte
- Renate Wagner-Rieger und ihr Credo einer "objektiven Beurteilung" der Kunst des 19. Jahrhunderts.
- Renate Wagner-Rieger und ihr Ringstraßenprojekt im Kontext vergleichbarer Unternehmungen in Zentraleuropa
- Renate Wagner-Riegers Bemühungen um den Denkmalschutz
- Renate Wagner-Rieger als Professorin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien
- Renate Wagner-Rieger – Perspektiven und Rezeption ihrer Forschungen

Bitte senden Sie Ihre Abstracts (max. 1 Seite) und eine Kurzbiografie bis 17. Jänner 2021 an
wagner-rieger-konferenz.kunstgeschichte@univie.ac.at
Eine Abhaltung der Tagung in Präsenz wird von den Organisator*innen präferiert, Unterkunft und Reisekosten der angenommenen Referent*innen sollen nach Maßgabe der Möglichkeiten erstattet werden.
Diese Tagung findet von 11.–13. November 2021 am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien statt. Sie kooperiert mit der 21. Tagung des Verbandes österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker (VöKK) mit dem Titel “ Why Have There Been No Great Female Art Historians?”, die vom 5. - 7. November 2021 in der Akademie der bildenden Künste, Wien stattfindet.
Konzept und Organisation: Ingeborg Schemper-Sparholz (Universität Wien), Julia Rüdiger (Katholische Privatuniversität Linz), Caroline Mang, Werner Telesko (Österreichische Akademie der Wissenschaften)